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NVIDIA – Gaming ist nicht alles!

Nach Veröffentlichung der letzten Geschäftszahlen hat sich die NVIDIA-Aktie wiederein bisschen aus den letzten Tiefs herausgearbeitet. Allerdings ist sie von ihren vergangenen Hochs auch noch ein ganzes Stück entfernt. Lohnt sich hier also vieleicht ein Investition?

Hier ist, warum ich denke: Auf jeden Fall!

NVIDIA und AMD

Unbenommen gilt NVIDIA als der Markt- und Technologieführer im GPU-Bereich, also im Bereich der Grafikkartenchip-Herstellung. Einziger namhafter Konkurrent ist hier AMD, die einen Bugdet-orientierten Ansatz fahren.

In den vergangenen Wochen machte AMD Schlagzeilen, dass sie mit ihrer neuesten Chip-Generation die Lücke zu NVIDIA Chips schließen konnten. Hierfür haben sie ihr Fertigungsverfahren umgestellt, so dass die neue Generation bereits im 7mm-Verfahren gefertigt wird.

Als Reaktion hat NVIDIA daraufhin ein Update seiner Chips auf den Markt gebracht, das die alten Leistungsverhältnisse wieder hergestellt hat. Die Umstellung auf 7mm-Chips erfolgt bei NVIDIA erst im kommenden Jahr.

Ich bin beim besten Willen kein Experte für Chip-Herstellung. Aber wenn ich lese, dass NVIDIA Chips nach alter Herstellungsart bereits dem state-of-the-art Chip von AMD überlegen ist, dann klingt das für mich nach einem deutlichen technologischen Vorteil.

Anwendungsbereiche: Gaming, Crypto Mining und Künstliche Intelligenz

Die Frage ist nun: wo wird dieser technologische Vorteil wirklich spürbar? Für GPUs werden in der Regel drei Anwendungsgebiete genannt:

  • Gaming – insbesondere 3D-Shooter, die immer fotorealistischere/detailreichere Darstellungen berechnen müssen
  • Crypto Mining – in der Berechnung der einzelnen Blöcke und der dabei geschöpften Kryptowährungen werden rechenstarke GPUs benötigt.
  • Videografie – der digitale Videoschnitt ist ebenfalls rechenintensiv
  • Data Science – das Trainieren und wie auch der Einsatz von Neuronalen Netzen ist aufgrund der Problemstruktur ein idealtypisches Einsatzfeld für GPUs

Die Wahl zwischen NVIDIA und AMD Prozessoren ist oftmals die Entscheidung zwischen absoluter Leistung und dem Preisleistungsverhältnis. Wofür man sich im Einzelfall entscheidet, ist dabei von Fall zu Fall unterschiedlich.

Im Bereich der Videografie zum Beispiel hat ein Großteil der Anwender gar keine Auswahlmöglichkeit, da sie sich durch die Nutzung eines bestimmten Schnittprogramms an Apple gebunden haben. Hier entscheidet also Apple für die Nutzer, und Apple entscheidet nach Preis. Auf der Windowsseite gibt es zwar keine professionellen Cutter-PCs, allerdings können Cutter hier zwischen verschiedenen Gaming-PCs auswählen, zu denen wir nun kommen wollen.

Während “Kreative” häufig auf Apple-Produkte zurückgreifen, finden sich Gamer in aller Regel auf Windows-Maschinen wieder. Hier haben sich die freie Wahl zwischen verschiedenen Komponenten, zudem findet hier zwischen verschiedenen Herstellern auch ein Leistungwettkampf statt. Bisher waren Gaming-PCs und Laptops dezidiertes NVIDIA-Terrain, mit der neusten Generation gibt es nun auch vermehrt Laptops mit AMD Chipsets.

Bei Gamern wird mn sicherlich Unterschiede machen müssen: während kompetitive Gamer mit sihcerheit auf NVIDIA-Chips setzen, wird es unter den Freizeitspielern mit Sicherheit Spieler geben, die mit NVIDIA-Chipsets zufrieden sind. Im Zweifel wird es auch Eltern geben, die für ihre Kinde diese Entscheidung Geldbörsen-orientiert treffen…

In den beiden verbleibenden Feldern ist die Kompromissbereitschaft in der Regel noch weiter eingeschränkt. Beim Crypto-Mining ist Zeit im wahrsten Sinne des Wortes Geld, und im DataScience-Bereich müssen oftmals hochkomplexe Modelle trainiert werden, hier hängt die Genauigkeit des Ergebnisses in der Regel von der Leistungsfähigkeit des Chips ab. Insbesondere, wenn es um lebenswichtige Datenanalysen geht, sei es beim autonomen Fahren oder in der Medizin, ist die absolute Leistungsfähigkeit der Chips als Hauptparameter gesetzt.

NVIDIA hat in der Vergangenheit einen Rüchschlag erlitten. Nachdem die GPU-Chip-Preise während des Kryptorausches durch die Decke gegangen sind, setzte nach dem letzten Bitcoin-Crash Ernüchterung ein. Die Bitcoin-Preisentwicklung lies sich 1-zu-1 am NVIDIA-Aktien-Chart nachvollziehen. Die Aktie hat sich hiervon noch nicht wieder erholt.

Allerdings rückt nun die fortschreitende Digitalisierung immer weiter in den Vordergrund und der fortschreitende Einsatz von künstlicher Intelligenz wird in den kommenden Jahren die Nachfrage nach guten GPU-Chips treiben. und während Crypto-Miner im Grunde eine verschrobene Community waren, wird Künstliche Intelligenz wirklich jeden Menschen in nahezu jedem Lebensbereich erreichen.

Daher gibt es für NVIDIA fundamental betrachtet eigentlich kein Rückschlagszenario. Diese Aktie kann eigentlich nur weiter steigen.

Disclaimer
Diese Ausarbeitung stellt lediglich einen Diskussionsbeitrag dar und ist keine Aufforderung und kein Angebot zum Erwerb von Wertpapieren. Die dargestellten Informationen sollen dazu dienen, selbstständige Investitionsentscheidungen zu unterstützen. Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in der Regel entsprechend seiner Meinung investiert. Die Quellen sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung online verfügbar gewesen, für die dauerhafte Verfügbarkeit kann keine Gewähr übernommen werden, insbesondere nicht bei externen Quellen.

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