AktienAllgemeinPortfolioberichte

Kenne deine Grenzen

In meinem letzten Beitrag unter der Woche hatte ich angedeutet, dass es sich durchaus lohnen könnte, ins fallende Messer zu greifen, und heute bin ich ganz froh, dass ich damit so schnell recht behalten sollte. Die Commerzbank hat seit diesem Posting zehn Prozent gewonnen, Evotec hat sich an die 20 EUR Marke zurückgekämpft und auch Wirecard hat seinen Kurs zumindest stabilisieren können.

Knockout im Derivate-Portfolio

Obwohl sich die Derivate im Rahmen der Erwartungen bewegten, gab es doch einen bedauerlichen Verlust zu verzeichnen. Am Mittwoch morgen fiel die Wirecard kurz unter 136 EUR und damit unter das festgesetzte Knockoutlevel. Da half es auch nicht, dass die Aktie am selben Tag noch auf über 142 EUR stieg, wenn das Knockoutlevel getroffen wird, wird der Schein wertlos.

Das Derivatebuch ist aus gutem Grunde noch nicht investierbar, die Strategie für die richtige Wahl der Knockoutlevel ist hier noch ausbaufähig. Eine Anlageklasse, die diese Probleme umgeht, sind CFDs: dies sind Hebelprodukte, wo durch Nachschiessen von Kapital oder – im Falle eines gut diversifizierten Portfolios – durch gegenläufige Positionen eine fundamental berechtigte Position auch in volatilen Märkten offengehalten werden kann. Daher konnte sich mein CFD-Portfolio von den Tiefschlägen erholen, während das Knockout-Portfolio auf den Verlusten sitzen blieb.

Doch wie geht es nun weiter?

Die Zahl der Krisenherde ist in der vergangenen Woche nicht kleiner geworden:

  • der Angriff auf einen iranischen Tanker erhöht die Spannungen in der Golfregion. Glücklicherweise ist der Iran besonnen genug, eine Untersuchung möglichen Vergeltungsschlägen voran zu stellen, so dass die internationale Gemeinschaft die Möglichkeit für diplomatische Interaktionen hat.
  • Die Türkei fällt in Syrien ein. Gott sei Dank interessiert sich niemand wirklich für Syrien, die Türkei oder die Kurden…
  • Der Brexit ist noch nicht vom Tisch. Hier wird die nächste Woche spannend. Am Montag will sich BoJo mit Merkel, Macron und Juhnker treffen um irgendwem einen schwarzen Peter zuzustecken. Es wird in der Tat spannend werden, zu sehen, ob ihm noch irgendetwas einfällt, um eine Verlängerung zu vermeiden.
  • Der Handelskonflikt ist nur vertagt, aber nicht gelöst. Wie erwartet, haben die Börsenbewegungen Trump dazu bewegt, einen Gang zurückzuschalten. Es wird tatsächlich spannend werden, wie lange der Frieden hält. Chances are, dass Trump hier einen Erfolg verkaufen will, um als erfolgreicher Volkstribun in die Impeachment Auseinandersetzung zu sehen,

Weiterhin gilt also: Alle Konflikte sind emnschengemacht und können durch einfache Entscheidungen entschärft werden. Und solange wir davon ausgehen, dass wir es mit risikofreudigen, aber rationalen Spielern zu tun haben, stellt Volatilität eher eine Chance als ein Risiko dar.

Disclaimer
Diese Ausarbeitung stellt lediglich einen Diskussionsbeitrag dar und ist keine Aufforderung und kein Angebot zum Erwerb von Wertpapieren. Die dargestellten Informationen sollen dazu dienen, selbstständige Investitionsentscheidungen zu unterstützen. Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in der Regel entsprechend seiner Meinung investiert. Die Quellen sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung online verfügbar gewesen, für die dauerhafte Verfügbarkeit kann keine Gewähr übernommen werden, insbesondere nicht bei externen Quellen.

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